Aufruf gegen den Naziaufmarsch am 2. April in München
Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!
Kein Naziaufmarsch am 2. April 2005 in München!
Am 2. April 2005 planen alte und neue Nazis erneut einen
Propagandamarsch durch München, der in ein Open- Air- Konzert auf der
Theresienwiese münden soll.
Unter dem Motto "Nur ein Esel glaubt noch an einen Sozialstaat in der
BRD" hat der Anführer der Kameradschaft München und NPD- Mitglied Norman
Bordin eine Demonstration in München angemeldet. Angekündigt sind Redner
aus dem Spektrum der "Freien Kameradschaften/Freie Nationalisten" aus
dem gesamten Bundesgebiet.
Wir werden nicht dulden, dass 60 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz
und dem Ende des 2. Weltkriegs in München unverhohlen mörderische
NS- Propaganda betrieben wird, gegen Flüchtlinge und MigrantInnen gehetzt
und die Erinnerung an die Opfer der Vernichtungspolitik Nazideutschlands
mit Stiefeln getreten wird.
Das Thema der Demonstration "Sozialstaat" stellt einen weiteren Versuch
der Neonazis dar, sich antikapitalistisch und globalisierungskritisch
gerierend an die Proteste gegen die sogenannten Sozial- und
Arbeitsmarktreformen (Agenda 2010/Hartz IV) anzudocken. Doch auch wenn
Sprache, Outfit und Aktionsformen moderner geworden sind: Hinter der
Sozialabbaukritik von Rechts steht die immer gleiche
völkisch/ rassistische Ideologie von Volksgemeinschaft, Nationalismus und
Antisemitismus.
Der Skandal von 1997 darf sich nicht wiederholen, als über 5.000 Nazis
unter Polizeischutz durch München marschierten. Nur die konsequente
Haltung der 15.000 Münchnerinnen und Münchner, die damals stundenlang
den Marienplatz besetzt hielten und schließlich die Nazis im Tal
gestoppt haben, verhinderte, dass diese ihr Ziel erreichten. Auch
weitere Versuche der NPD, in München aufzutreten, sind an der
Wachsamkeit und Präsenz der Münchner Bevölkerung mehrmals gescheitert:
So ihre Propagandaveranstaltung am 30. September 2000 auf dem
Marienplatz und die geplante Großkundgebung am 25. November 2000 auf dem
Maria- Hilf- Platz, die wegen der angekündigten Gegendemonstrationen
kurzfristig von der NPD abgesagt wurde. Damit wurden klare Zeichen gesetzt.
Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!
Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Stadt oder der Staat den
Nazis den Ton abdreht. Wir müssen schon selber auf die Straße gehen und
unüberhörbar klar machen: Wir werden auch den Nazi?Aufmarsch am 2. April
2005 nicht hinnehmen! Wir rufen alle Münchnerinnen und Münchner auf, den
Faschisten kreativ und entschlossen entgegenzutreten. Wo immer die Nazis
aufmarschieren, wir werden präsent sein.
Stoppen wir gemeinsam den braunen Spuk.
Nie wieder Faschismus ist kein Lippenbekenntnis, sondern Ansporn und
Anlaß zum aktiven Handeln!
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