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04.07.2006 - Aufruf: Demo für Jugendkulturzentrum in Nürnberg
Geschrieben von: tammo
Kategorie: Sonstiges

am 13.07.06 findet um 17.00 Uhr am Nachbarschaftshaus Gostenhof eine Demonstration für den Erhalt und die Schaffung selbstorganisierter Jugendkulturzentren statt.
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Hier noch der Aufruf für die Demonstration:

Für den Erhalt und die Schaffung selbstorganisierter Jugendkulturzentren

In Nürnberg existiert ein breites Angebot an pädagogischen Einrichtungen für Jugendliche, in denen präventive Jugendhilfe geleistet wird. Auch im Kulturbereich ist die Stadt scheinbar gut vertreten, was Veranstaltungen wie die Blaue Nacht oder die WM zeigen sollen. Übersehen dabei wird, dass Menschen ohnen den nötigen finanziellen Background nur wenige Möglichkeiten haben ihre eigenen kulturellen Vorstellungen auszuleben oder sich einfach auch nur zu amüsieren.

Durch zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums auf der einen und fortschreitendem Sozialabbau auf der anderen Seite, wächst di e Notwendigkeit, Freizeitgestaltung jenseits des Mainstreams und ohne Konsumzwang zu ermöglichen. Es müssen Räume geschaffen werden, in denen Jugendliche verschiedenster kultureller oder sozialer Herkunft, Konzepte des sozialen Dialogs und basisdemokratischer Entscheidungsprozesse selbstständig entwickeln und ausprobieren können. Mit Informationsveranstaltungen und Diskussionen kann politisches Interesse und Verständnis für soziales Engagement gefördert werden. Auch dem Mangel an Räumlichkeiten für Konzerte, künstlerische Werkstätten und Ausstellungen unkommerzieller Ausrichtung wird entgegengewirkt.

Darum fordern wir, ergänzend zu bestehenden anderen Einrichtungen, ein Jugend- und Kulturzentrum, welches Stadtteil übergreifend arbeiten soll und in dem Jugendliche Selbstverwaltung erproben können.

Solche Freiräume sind notwendige Treffpunkte, die für alle offen stehen, verschiedene Kulturkreise zusammenführen und das soziale Leben gerade der finanziell Schwächere n bereichern. Diese Freiräume sin d Nährboden für eine freie Kunst und Kultur, die sich nicht kommerzialisieren lassen will. Sie ermöglichen die individuelle Entfaltung von Menschen, unabhängig von Vermögen, gesellschaftlichem Status oder Ansehen.

In vielen Städten existieren solche Freiräume teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten. Ohne finanzielle Unterstützung von Seiten staatlicher Institutionen, wird aktive Jugendarbeit geleistet und die Chance geboten, die eigenen Lebenskonzepte zu verwirklichen. Immer häufiger jedoch, wird gegen solche Projekte vorgegangen. Einige Beispiele aktiver oder bereits zwangsweise geschlossener Zentren sind:

Stuttgart/Degerloch- OBW9 von 1974-2005 (geräumt)
Plauen - seit 1993
Karlsruhe - ExSteffi von 1990-2006 (geräumt)
Frankfurt/Main - AU seit 1983
Freiburg - Schattenparker von 1987-2005 (geräumt)
Berlin - Yorck59 von 1988-2005 (geräumt)

Auch in Nürnberg gab es verschiedene Versuche, solche Freiräume zu schaffen. Jüngstes Beispiel ist das Wohnprojekt Saldorferstraße 5. D eren BewohnerInnen stellen ihre privaten Räumlichkeiten für unkommerzielle Veranstaltungen (Konzerte, Infoabende, usw.) zur Verfügung. Dieses Engagement wurde durch das illegale Sperren der Wasser- und Stromversorgung seitens des Vermieters erschwert. Mittlerweile droht den BewohnerInnen zusätzlich der Verlust ihres Wohnraums. Eigeninitiative wird durch selbstherrliche Hausbesitzer behindert und bestraft.

Die Förderung aller Bereiche des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens ist eine öffentliche Aufgabe. Hier stehen Stadt und Stadtverwaltung in der Verantwortung.

Wir fordern von der Stadt Nürnberg die Bereitstellung eines Gebäudes, in dem Platz ist, für Konzerte, Wohnen, Kulturinitiativen und Kunstprojekte aller Art, Kneipenbetrieb zum Selbstkostenpreis, Ausstellungen, Diskussions- und Informationsveranstaltungen, billige Volxküchen und zwanglose Treffen für Menschen.

Unterstützt die Forderungen!
Kommt zur Demonstration
am Donnerstag, den 13.07 .2006
um 17:00 Uhr, am Nachbar schaftshaus Gostenhof

Auch etablierte Parteien greifen das Thema Selbstverwaltung im Hinblick auf die bevorstehende Kommunalwahlen auf. So veranstaltet die SPD am Donnerstag, den 13. Juli, um 19:OO Uhr, eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema im K4.
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Kommentare
Geschrieben von nob am 18.01.2009 um 16.23 Uhr:
Dieses Vorgehen der Städte deckt sich mit unseren Erfahrungen und der aktuellen Bedrohung des Kunstverein Nürnberg / KV. Auch wir versuchen mit einer großen Demo quer durch Nürnberg auf diese Mißstände aufmerksam zu machen.

Auch hier: kommt zur Demo, helft bei Planung und Durchführung zum Erhalt des KV und zur Schaffung eines autonomen Zentrums.

http://www.kunstverein-nuernberg.de/
 

 

 


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