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| 28.05.2003 - Beats against racism - ein Aktionstag gegen Rassismus und Rechtsextremissmus am 13.6.03 |
| Geschrieben von: roterstern |
| Kategorie: |
International |
Beats against racism - Ein Aktionstag mit Informationen, Diskussionen, Hip Hop und Aktivisten der Brothers Keepers gegen Rassismus und Rechtsextremismus.
Am 13. Juni ab 15.00 Uhr in der Desi Nürnberg.
Kontakt: beatsagainstracism@yahoo.de
15.00 Uhr Auszüge aus dem Theaterstück „So kam ich unter die Deutschen“. Eine Eigenproduktion der Theatergruppe des Herzog-Christian-August-Gymnasiums Sulzbach-Rosenberg.
Auf der Basis von Texten von Hölderlin, Heine, Brecht, Celan, Eich, Fried, Schädlich, Kroetz und dem Struwelpeter als literarischem Korsett zeigen die SchülerInnen rechtsextreme Szenen aus ihrer deutschländisch-bayrisch-oberpfälzischen Provinz, die in typischer Agitpropmanier der 70er Jahre das Publikum zu fesseln wissen. Dies alles „nervt“ die Jugendlichen seit langer Zeit und sie wollen ihre „Erfahrungen, Auseinandersetzungen, Ängste, Aggressionen, Ohnmachtsgefühle aus der Betroffenheitsecke und dem Debattierzirkel herausnehmen“ und sich „um eine theatrale Form bemühen. Unser Versuch einer politischen Stellungnahme.“
Im Anschluss daran:
Eröffnungsveranstaltung mit Impulsreferaten und Diskussion:
„Extrem rechts“
Am Podium wird u. a. Michael Weiß zum Thema „Rechtsrock“ und Symbolen, Codes und Lifestyle der extremen rechten referieren. Eine der Hauptgefahren kommt heute in Form der Subkultur, die den Neonazis in den Jahren der Parteien- und Organisationsverbote das Auffangbecken stellte und nachfolgend einen "vorpolitischen Raum" erschloss, in dem sie zur Flucht nach vorne antreten. "Rechtsrock" als kulturelles Angebot, als Sprachmittel der "Verlierergeneration", als Ausdruck gesellschaftlicher Tristesse und behaftet mit dem Underground-Mythos, hat sich der staatlichen Regulierung weitgehend entzogen und seine Isolation weiter aufgebrochen.
Michael Weiß arbeitet als Journalist und Bildungsreferent beim Verein „Argumente e.V.“ und dem Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum apabiz in Berlin. Er hat u. a. an dem Buch „White Noise – Rechts-Rock, Skinhead-Musik, Blood & Honour – Einblicke in die internationale Neonazi-Musik-Szene“ und „Rechtsrock –Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“ mitgeschrieben.
„Alltagsrassismus“
Ebenfalls an der Eröffnungsveranstaltung werden von Rassismus betroffene Menschen aus Nürnberg teilnehmen, die ihre alltäglichen Erfahrungen schildern werden.
„Staatlicher Rassismus?!“
Ein Bewohner des sog. Ausreisezentrums in Fürth berichtet über seine Erfahrungen.
(Eigentlich war hier Dimitri Olenin, russischer Deserteur, 1992 nach Deutschland geflüchtet, eingeladen. Olenin, der die Zustände im Ausreiselager von Anfang an angeprangert hatte, wurde aber am 5. Mai 2003 zwangsabgeschoben, obwohl ihm in seiner Heimat bis zu 25 Jahre Gefängnisstrafe drohen.)
Uta Bauer vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge wird allgemein über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland, hauptsächlich ihre alltäglichen Schwierigkeiten und Probleme, referieren.
Zum Abschluss: Vorstellung der Workshops (Kurzvorstellung des Bündnisses für abschiebebedrohte SchülerInnen, Kurzfilm des Helene-Lange-Gymnasiums)
16.30 – 16.45 Uhr: Kurze Pause
16.45 bis 18.45 Uhr Workshops
1. Bunt statt braun. Ein „praktischer“ Workshop durchgeführt von Bassstart: Transparente sprayen gegen Rechts.
2. Gibt es „staatlichen“ Rassismus? Ein Workshop zu Abschiebungen, Abschiebehaft, Ausreisezentren und Ausländergesetzen. Mit Uta Bauer (Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge), Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, Bündnis abschiebebedrohter Schüler, einem „Insassen“ des Ausreisezentrums.
3. Schule ohne Rassimus?! Was kann an der Schule getan werden gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Ein Workshop mit SchülerInnen des Helene Lange Gymnasium, Xenos Nürnberg, KARA, Theatergruppen. Die Initiativen erhalten hier die Möglichkeit, über ihre Arbeit zu berichten. Im Anschluss soll diskutiert werden, ob eine Vernetzung der Arbeit der einzelnen Gruppen möglich ist.
4. Wie entsteht Rassismus?: Ein Workshop zu Stereotypen und Vorurteilen von IMEDANA Nürnberg.
5. Rechte Jugendkultur? Ein Workshop zu Symbolen, Codes, Musik und Lifestyle rechter Jugendlicher und möglicher Gegenstrategien. Mit Michael Weiß (Argumente e. V. – Netzwerk antirassistischer Bildung). Das Hakenkreuz kennen alle, den Gruß "Heil Hitler" auch. Doch was macht man, wenn solche Inhalte versteckt werden, wenn aus "Heil Hitler" die Zahlenkombination 88 wird? Der Sportlehrer freut sich vielleicht, dass seine Schützlinge auch in der Freizeit Basketball-Shirts tragen. Und die Nummer 88 ist sicherlich ein bekannter Profisportler, den er nur nicht kennt. Was für Außenstehende unauffällig wirkt, hat für diejenigen, die sich auskennen, die Jugendlichen, eine enorme Bedeutung. Die mehr als 120 bekannten Zeichen, die verdeckt oder offen eine politische Orientierung nach rechts mitteilen, sind für die meisten Erwachsenen eine Fremdsprache. Sie sind jedoch nicht nur Erkennungsmerkmal für Gleichgesinnte und vermitteln ein Gruppengefühl, sie transportieren auch eine politische Botschaft. Ähnlich neonazistischer Musik, bei der der Musikstil kein eindeutiges Indiz für die politische Ausrichtung der Band ist, kann ein unscheinbares Symbol eine große Bedeutung für seinen Träger haben. Politische Symbole sind nichts anderes als die komprimierte Darstellung der wesentlichen Grundsätze einer Weltanschauung. Ihre Wiedergabe vermittelt einen bestimmten Inhalt, eine Deutung, oder ist gerade bei jugendlichen Trägern erst einmal "nur" Ausdruck eines Gefühls. Das Gefühl des "Rechtsseins" steht im Vordergrund und schließt einen ausformulierten, politischen Inhalt nicht zwingend mit ein. Die politische Botschaft kann sich in der Aufwertung des Eigenen und der Ablehnung alles Fremden erschöpfen. Der Vortrag beleuchtet die Codes und Symbole rechter Jugendlicher und ihren Zusammenhang mit einem Lifestyle, zu dem auch bestimmte Markenkleidung gehört. Zu dem Vortrag ist eine Broschüre erhältlich.
6. Der A.R.T (anti-rassismus-trainings)-Koffer – wie funktioniert er und was kann man damit anstellen? Der A.R.T-Koffer ist ein Angebot für Schulklassen, für Jugendgruppen, für Initiativen und Vereine. Er wendet sich an alle, die mehr wissen wollen über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Und zwar nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selber, denn rassistische Gefühle und Einstellungen sind keinem von uns fremd. Ein Workshop von Schülerinnen von A.R.T und Schule ohne Rassismus, München.
7. Ein Hörspiel zum Nationalsozialismus – geht das und wie kann man es einsetzen? Ein Workshop von IMEDANA, Nürnberg.
8. Ein Workshop von Xenos Nürnberg zu „Ursachen von Rassismus und Rechtsextremismus“. In diesen Workshop wird auch die Rolle der Medien mit einbezogen.
18.45 Uhr bis ca. 19.45 Uhr: Abschlussplenum (Feedback und Vorstellung der Workshops)
Danach: Grillen & Chillen
Ab 20.30 Uhr: Konzert von Mitgliedern der Brother Keepers: Blaise, Snipe und DJ Rickski. Zusätzlich tritt noch der Nürnberger DJ Raglow auf.
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